Vorbereitung auf meine Reisen

In den letzten Wochen und Monaten habe ich mich verstärkt auf mein bevorstehendes Auslandsjahr vorbereitet und viele Bewerbungen geschrieben, für Programme und Stipendien. Ich hatte Glück und bekam verschiedene Stipendien, die es mir ermöglichen, nicht nur wie angestrebt nur ein Auslandsjahr in Russland zu machen, sondern auch einen zweiwöchentlichen Kurzaustausch nach Peking.

Also musste ich mich in den letzten Monaten mehreren Tests und Impfungen unterziehen für meine Gesundheit im nächsten Jahr. Auch sonst war sehr viel zu tun. Zum Beispiel verlangt meine Schule in Russland Schulkleidung: Hemd, dunkle Hose, schwarze (Wechsel)Schuhe. Also erstmal ein Großeinkauf. Warme Sachen dürfen auch nicht fehlen bei einer Reise nach Russland. Und natürlich Gastgeschenke.

Es ist nicht so einfach, für Menschen, die man gar nicht kennt, etwas zu finden. Ich hoffe, mit unseren Stiften, Schneidebrettchen, Kuscheltieren „made in Germany“ (sehr wichtig in Russland), einer Thomaner-CD und den Süßigkeiten liegen wir in Russland richtig. Das Weihnachtsgeschenk haben wir auch schon gekauft: Ein Nussknacker „made in Germany“, aus dem Erzgebirge. Für China haben wir uns für ein Bierglas „Berlin“ gefüllt mit Gummibärchen (es sieht aus wie Bier mit Schaumkrone), Schlüsselanhänger, Kalender, Schokolade und weiteren Süßigkeiten entschieden. Das Ganze haben wir in Rot verpackt, denn Rot ist die Glücksfarbe in China, da kann man nichts falsch machen. (Gelbe Verpackungen sind dagegegen tabu, die Farbe steht für Unglück.) Um den Geschenkkarton hat meine Mutter deshalb eine extra dicke rote Schleife gebunden.

Peking, ich komme.

Warum reist Brodsky ?

Kasachstan_Greifvogel

Warum ich diese Seite „Brodsky reist“ genannt habe ist leicht gesagt. Ich heiße Joseph – wie mein Namensvetter Brodsky.

Aber wer ist Brodsky eigentlich? Joseph Brodsky wurde als Iossif Alexandrowitsch Brodskij 1940 in Leningrad geboren. Seine Eltern waren sehr belesen. Sie wohnten aber sehr beengt, in einer Gemeinschaftswohnung. In der Sowjetunion mussten sich oft mehrere Familien eine Wohnung teilen. Das hieß „kommunalka“. Über diese Zeit berichtet Brodsky in seinem Buch „Erinnerungen an Leningrad“.

Joseph_Brodsky

Weil man die Stadt später wieder in St. Petersburg zurückbenannt hat, heißt eine neuere Ausgabe auf deutsch „Erinnerungen an Petersburg“. Aber Brodsky erinnert sich an die Zeit, als die Stadt Leningrad hieß. Und er schreibt auch über die Stadt mit dem Namen Leningrad. Also ist der neue Titel falsch.

Brodsky wurde später aus der Sowjetunion ausgebürgert und lebte in New York. Dort starb er 1996 an einem Herzinfarkt. Vorher bekam er noch den Literatur-Nobelpreis.

Meine Mutter war und ist immer noch ein großer Fan von ihm. Außerdem war er auch Russe und somit passt das ja auch.